Eine Pause zum Denken und Nichtdenken

Viele von euch konnte ich nach vier Monaten wieder in die Arme schliessen. So viele vertraute und geliebte Gesichter habe ich in den letzten Tagen wider gesehen. Mit euren Stimmen und Gerüchen habt ihr mich innerhalb von wenigen Tagen wieder komplett nach Hause geholt. Ich bin mit meinem ganzen Körper, mit meinen Gedanken und meiner Seele hier und es tut gut. Im Sommer wusste ich zwar Monate vorher, das ich gehen würde und doch hat sich der Abschied abrupt angefühlt. Euch jetzt alle noch einmal zu sehen, ist wie eine Vergewisserung, dass es in Ordnung ist, zu gehen und fort von zu Hause zu sein.

Eigentlich wollte ich aber über etwas anderes schreiben. Früher oder später fällt ein Gespräch hier zu Hause auf meinen Blog. Ich habe auch schon einige Mails mit Rückmeldungen zu meinem Geschriebenen hier bekommen (und mich immer sehr darüber gefreut!!!). Wie meine Leser diesen Blog interpretieren ist sehr interessant. Ich weiss, dass er viel Möglichkeit lässt, zwischen den Zeilen zu lesen und sich alles Mögliche vorzustellen. Manchmal vielleicht sogar etwas zu viel und darum habe ich das Gefühl, dass ich an dieser Stelle jetzt einiges klar stellen muss.

UWC ist kein Paradies. Es gibt nirgends auf der Welt einen Ort, der auch nur annähernd perfekt ist. Es läuft nicht immer gut. Immer mal wider passieren Dinge, mit denen ich nicht einverstanden bin oder es tauchen schwer lösbare Probleme auf, die mich verzweifeln lassen. Ich sehe den Sinn davon nicht, wenn ich mitten drin stecke, doch oft sind es diese schwierigen Zeiten, von denen ich am meisten lerne. Nach jedem Tief kommt auch wieder Hoch und jedes Hoch bringt das Gute, das Glück und die Magie zurück. Das Leben am UWC ist dicht, gefüllt bis zum Überlaufen und oft anstrengend. Man muss seinen Weg durch dieses Chaos von Emotionen, Menschen, Geschichten und Problemen finden. Das gelingt vielleicht nicht jedem auf Anhieb. Zumindest mir fällt es manchmal sehr schwer mich einfach mit den Dingen, die passieren, abzufinden, denn kontrollieren kann ich sie an diesem Ort kaum.

Doch das wird für jeden, der ein UWC besucht, ganz anders aussehen.

In meinem ersten Semester habe ich, vor allem in den letzten zwei Monaten langsam eine Balance gefunden. Es ist wie wenn man Einrad fahren lernt. Zuerst müht man sich erfolglos und dann langsam kann man immer längere Strecken fahren, ohne umzukippen. Und wenn man es einmal im Leben gelernt hat, verlernt man es auch nicht wieder. Darum ist es nichts Schlechtes, wenn manchmal einfach gar nichts zu klappen scheint.

Die Winterferien zu Hause waren, obwohl sehr kurz, genau das Richtige. Ich brauchte diese Pause unbedingt. Man kann nicht stundenlang Einrad fahren lernen. Irgendwann ist man müde und erschöpft und überglücklich wenn man stundenlang am Boden liegen und Katzen streicheln kann… Mein zu Hause gab mir viel Energie zurück und mit dieser werde ich wieder etwas frischer in das zweite Semester starten.

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Ein Gedanke zu “Eine Pause zum Denken und Nichtdenken

  1. …ich kann nur zustimmen. Bevor ich hierher gekommen bin hat mir einer meiner Secondyears gesagt „Das Leben am UWC ist ein hartes, aber ein gutes.“
    Trotzdem bin ich froh nach den Winterferien wieder hier zu sein..und dich wieder zu haben:D
    Fiona

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