ScHWindeL

Morgen in zwei Wochen.

Leichter Schwindel erfasst mich beim Nachdenken über diesen Satz. Mein Gleichgewichtssystem, dass sich nach einer knappen Woche auf einem Segelschiff noch nicht wieder an festen Untergrund gewöhnt hat und mir das Gefühl eines schwankenden Bodens unter mir gibt, trägt nicht gerade dazu bei, das Drehen in meinem Kopf zu stoppen. Ähnlich wie dieser letzte Satz schachteln sich meine Gedanken ineinander und übereinander, nur um im nächsten Augenblick wieder auseinanderzufallen. Alle paar Minuten kommen mir neue Dinge in den Sinn. Manchmal von dringlicher Wichtigkeit und oft vollkommen Sinnlos. Alles was in den letzten zwei Wochen in die hinteren Ecken meines Gehirns gepackt wurde meldet sich nun lautstark zurück.

Die erste Welle von Abschieden liegt hinter mir. Sie gab mir einen kleinen Vorgeschmack auf den Wirbelsturm, den mich noch erwartet. Jeder Abschied hat seinen ganz eigenen Charakter. Einige hinterlassen ein perplexes Lächeln auf meinem Gesicht und werden erst viel später Realität. Andere sind schmerzlos, Mut machend und erfüllen mich mit Vorfreude. Wieder andere sind einfach nur herzbrechend. Doch keiner dieser Abschiede ist für immer. Wahrscheinlich ist es diese Gewissheit, die mich am meisten tröstet. Und natürlich die Aussicht auf zwei UWC-Jahre.

Ich habe zwei wunderschöne Ferienwochen ganz alleine mit meiner Familie verbracht. Es war mir sehr bewusst, dass dies besondere Ferien waren. Irgendwie erwartete ich, dass ich jeden Moment geniessen musste. Aber ich tat mich schwer mit der Vorstellung, dass ich diese so vertraute Gemeinschaft bald verlassen würde. Darum habe ich das Ganze vielleicht etwas zu selbstverständlich genommen. Es war ja nie anders in meinem Leben. Wie sollte ich mir da etwas so Abstraktes vorstellen können?! Also liess ich das mit dem Vorstellen und jeden Moment geniessen und machte einfach Ferien mit meiner Familie wie immer. Denn dazu hatte ich ganz viel Zeit. Zeit zum Schlafen, Lachen, Reden, Lesen, Schreiben, Essen, Schauen und zum einfach gar nichts tun. Ferien eben. Etwas vom Schönsten was es gibt…

Tja und jetzt sind sie vorbei. Der Puffer zwischen vorher und UWC ist plötzlich weggelebt, hat sich in Luft aufgelöst. Was sich vor ein paar Tagen noch so weit weg angefühlt hat ist nun einen gewaltigen Sprung näher gekommen.

Morgen werde ich wohl damit beschäftigt sein, mein Gedankenchaos aufzuräumen und Listen zu schreiben.

Jetzt mache ich gar nichts mehr. Lasse mich von meinem Schwindel davontragen und geniesse das Gefühl, noch ein bisschen Zeit übrig zu haben, bevor die endlosen Listen auf meinem Gewissen lasten.

Heute in zwei Wochen.

ferien

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